Lesen-Schreiben-Sprechen und das auch noch gleichzeitig. Menno, dass war
jahrelang ein Alptraum gewesen. Heute wird es mit 11 Jahren immer besser.
Oh Kolori, was haben wir nicht alles „angestellt“, damit es klappt. Aber im Endeffekt ist der Knoten erst geplatzt, nachdem auch alle Wahrnehmungen zusammen in den letzten Monaten nachgereift sind.
Im Prinzip gab es immer Hinweise, dass er lesen kann und das auch schon vor der Schule. Nur nahm er es so nicht wahr.
Außerdem ist das Lehrsystem heutzutage ungünstig für solche Kinder wie unserer es ist und wenn er dann noch allein damit gelassen wird, kann man sich den Rest denken. Zwar benutzen unsere Lehrer so genannte Anlauttabellen mit Bilderchen, aber die gleichzeitige Verarbeitung steht hier im Mittelpunkt. Hören und schreiben MÜSSEN bei den Lehrern zusammen funktionieren. Das ist bei unserem Kind schon deshalb ausgeschlossen, weil seine Lautdifferenzierung nicht vollständig ausgebildet ist. Streckenweise gibt es heute noch Buchstaben, bei denen er keinen Unterschied hört. Dort hilft ihm jetzt nur der Verstand, sprich seine Erfahrungen und sein fotografisches Gedächtnis.
Aus diesem Grunde heisst es üben, üben, üben. Nach 2,3 manchmal 4 Sequenzen sitzt das Wort. Ich habe vor 2 Jahren angefangen, ihm selbst die Sprache beizubringen und zwar nicht nur aufgrund von Hören, sondern auf Grundlage der Aussage: „Schreiben und lesen ist logisch!“ ( In den meisten Fällen zumindest

). Im Prinzip habe ich ihn damit „bekommen“, ihm die Sprache über mehrere Module ( Sprechen, Hören, Mundmotorik, Logik, Eselsbrücken) wie Physik oder Mathematik zu erklären.
Außerdem haben wir den riesengroßen Vorteil, dass er gerne mit uns übt und sich nicht verweigert. Das war am Anfang nicht so. Da hatten wir einige Kämpfe, aber das änderte sich auch erst mit dem Schulbegleiter.
Derzeit üben wir freies Schreiben. Das ist ein Gebiet, was für viele andere Kinder auch schwierig ist. Nur müssen wir von Grund auf alles durchkauen. Da stehen dann solche Dinge: Was ist eine Einleitung, Hauptteil, Ende. Spannungsbögen der Geschichte aufbauen usw.
Aber da habe ich sehr gutes Material von einigen Verlagen gefunden, mit dem man dies üben kann. Bei der letzten großen freien Schreibarbeit in der Schule wirkte es schon wahre Wunder, was ihm wiederum bestätigte:
Es ist alles nur eine Frage der Übung. *Schweiß-von-der-Stirn-wisch*
Lg werki